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ſeiner Liebe iſt ein Weib, daß ſie durchaus nicht zu erwiedern vermag, ſo wie er ſelbſt ſagt: „Das Gefuͤhl der Liebe iſt in unſern Augen nur eine Kinderey, unwerth, ein Herz zu beſchaͤftigen.“ Sagt mir nur, ob man ver⸗ nuͤnftiger Weiſe von dem Romeo hoffen konnte, daß er lange lieben wuͤrde, ohne die mindeſte Hoffnung der Gegenliebe? Der Dichter hat geſchickterweiſe den Augenblick gewaͤhlt, wo der gluͤhende Juͤngling ſich zur Verzweiflung gebracht ſieht, um ihm ein ſchoͤneres, voll⸗ kommneres Weſen kennen zu lehren, als das was ihn ausſchlug; und dieſes zeigt ihm, daß es nur auf ihn ankommt, gelieht zu ſeyn. Es ſcheint mir unmoͤglich, eine Lage zu finden, die den Romeo mehr fuͤr Julien entflammen koͤnnte, als wenn er ihn durch die ſanften Troͤ⸗ ſtungen ſeiner neuen Freundinn aus ſeiner duͤſtern Schwermuth ziehen, ja der Verzweiflung entrei⸗ ßen laͤßt.“. 9
„Großer Gott!“ ſagte eine junge Dame, „Miß Jvor, wollt Ihr uns denn unſers ſchoͤn⸗ ſten Vorrechts beranben? Wollt Ihr uns uͤber⸗ reden, die Liebe koͤnne nicht ohne Hoffnung beſtehn, und ein Liebhaber koͤnne ſeiner Herrinn untreu werden, wenn ſie ihm zu viel Strenge zeigt? Einer ſolchen Laͤſterung aus Euerem Munde war ich nicht gewaͤrtig!“ 3
„Ich gebe es Euch als unmoͤglich zu, liebe Betty, daß ein Liebhaber in ſeiner Nei⸗ gung beharre, trotz der niederſchlagendſten Um⸗ ſtäͤnde, daß er Gefahren bekaͤmpfen, Kaltſinn


