beobachtet haben, flugs ſich in den Wagen zu ſetzen, und uͤber die Grenze zu fahren. Auf dieſe Art koͤnnte man wohl am Ende ganz Europa in einer Tour von ſechs Wochen ken⸗ nen lernen.
Auch ich, Herr Malburne, ſtimme im Ganzen in Ihren Tadel ein. Bei dem Vertheidiger jugendlicher Aufwallun⸗ gen ſollte aber auch dieſe Art zu reiſen eine Rechtfertigung finden.
Sie haben Recht, mein Freund. Ich tadle dieſes Laͤn⸗ derſtuͤrmen nur jetzt mit meinen funfziger Augen, und wuͤrde, waͤre es in meiner Jugend ſchon Mode geweſen, ſelbſt mit⸗ geſtuͤrmt ſein. Der Juͤngling, im Wahn des unendlichen Reichthums der allgemeinen Natur und ſeiner eigenen Kraft und Phantaſie, glaubt ſchon genug gethan zu haben, wenn er jedes Ding gekoſtet hat. Er wirft, in beſtaͤndigem Spie⸗ len und Haſchen nach dem Neuen die Frucht fort, ehe er noch auf den Kern, welcher vielleicht die ſuͤßeſten Theile ent⸗ haͤlt, gekommen iſt, und glaubt, der Vorrath der vollen fri⸗ ſchen Fruͤchte ſei ſo groß, daß er ihn nie erſchoͤpfen koͤnne So ſchont auch der jugendliche Dichter ſelten ſeine Kraͤfte. Troz⸗
zend auf ſeinen innern Fond, verſchleudert er abſichtlos die ſchoͤnſten Gedanken und Bilder zu unbedeutenden Kleinig⸗ keiten, und ſteht oft, wenn er ſpaͤterhin zur Ausarbeitung groͤßerer Werke ſchreitet, duͤrftig und trocken da. Daher verwelkten ſo viele Dichter, welche zu den ſchoͤnſten Erwar⸗ tungen beim erſten Auftreten berechtigten, ehe ſie zur Bluͤthe


