— 206— tram oͤffnete ihn und las folgende Zeilen von wohlbekannter Hand. 8 Wir ſind quitt. Doch, wenn ich's recht bedenke, nicht
ganz, denn mein Kunſtſtuͤck in Walladmor war ein Spaß
gegen Deine Aufopferung im Ocean. Aber das Schickſal wirft uns uͤberall zuſammen. Im Stalle des Haidewaͤrters ſchliefen wir unter Einem Dache, ohne es zu wiſſen.—
Bertram! fuͤr einen Freund kann ich Alles thun, aber ein
Freund iſt nichts, wenn er meiner Leidenſchaft im Wege
ſteht. Ich liebe Ginievra, und ich verkaufte dem Satan—
haͤtte ich daran noch ein Eigenthum— meine Seele, um ſie zu beſitzen. Ich will, ich muß, ich werde ſie beſitzen,
hu magſt es ihr ſagen, oder verſchweigen— ich ſtehe allein fuͤr mich und verlange keinen unterhaͤndler, oder ſonſt et⸗ was. Das magſt Du Dir merken, und ſollte uns das
Schickſal noch einmal zuſammenwerfen, dann,— Himmel
und Hoͤlle— koͤnnten wir uns auch reiben, wie Stahl und
Feuerſtein!
Unruhig ſteckte Bertram den Brief in die Taſche, und deſchloß bei der erſten Gelegenheit um ein Geſpraͤch mit Ginievra zu bitten..
(Ende des zweiten Theiles.)
.
Berlin, gedruckt bei G. Hayn.


