Teil eines Werkes 
2. Band (1825)
Entstehung
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Zwar mit mehreren Bequemlichkeiten, doch aber noch in dem kalten unfreundlichen Thurme, hatte Bertram nun ſchon zwei Naͤchte und zwei Tage geſeſſen. Wenn er an die wun⸗ derbaren Vorfaͤlle der letzten Tage dachte, wurde ihm zuwei⸗ len wuͤſt und wirr im Kopfe. Es giebt eine alte Italiaͤniſche Rovelle, wo mehrere luſtige Geſellen ſich bereden, einen an⸗ dern glauben zu machen, er ſei nicht er ſelaſt. Durch die kuͤnſtlichſten Veranſtaltungen, und unter Beguͤnſtigungen des Zufalls, wird der Arme auch an ſich ſelbſt irre, und wan⸗ dert, da Freunde, Verwandte, ja die eigene Mutter, ihn nicht wieder erkennen, im Glauben, daß er nicht er, ſon⸗ dern ein fremder Menſch ſei, aus den Thoren ſeiner Vater⸗ ſtadt in die Fremde. Aehnliche Gefuͤhle und Gedanken be⸗ ſchaͤftigten im Schlafen und im Wachen denn was iſt das Wachen eines, ſeinen Sorgen uͤberlaſſenen, Gefangenen an⸗ ders, als ein Traͤumen unſern Helden. Wenn er die lange Kette der Beweiſe, daß er nicht er, ſondern der ver⸗ meinte Verbrecher ſei, uͤberdachte, mußte er ſich eingeſtehn, daß, wenn er ſelber als Richter in Eid und Pflicht genom⸗ men waͤre, er keinen andern Ausſpruch wuͤrde thun koͤnnen, als: ich ſelbſt bin der Verbrecher. Dann miſchte ſich in ſeine Traͤume auch wohl noch ein anderes Gefuͤhl. Von al⸗ len bunten Erſcheinungen der vor und auf dieſem Eiland verlebten Tage, war ihm keine ſo lebendig in der Erinnerung geblieben, als die der ſchoͤnen Ginievra, welche, gleich einer Himmelsbotin, vor ihn getreten war. Wenn ſie auch ziht

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