— 248—
im Sommer, dieſes Kapitel lieſt, ſich des Laͤchelns nicht venthalten koͤnnen. Wer aber, aus Luſt oder Noth, im „Winter eine Hochſchottiſche Haide durchwandert und ſich im Nebel verirrt hat, weiß, welche Seligkeit fuͤr den Er⸗ muͤdeten und Erſtarrten ein dampfender Schafſtall gewaͤhrt. „Der Novelliſt ſpricht hier aus eigener Erfahrung. Auf „einer romantiſchen Fußpartie von Edinburgh aus nach „den nordweſtlichen Theilen von Strathnavern verirrte er „ſich mit ſeinem, ſeit zehn Jahren verſchiedenen, in ſeinem „Andenken aber immer fortlebenden Freunde Thomas Van⸗ Mey, Esg. Nachdem ſie mehrere Stunden auf der No⸗ emberhaide durch die dickſten Nebel gewandert, und von „dem Moorgrunde und der feuchten Luft durchnaͤßt und „erſtarrt waren, entdeckteu ſie am Abhange eines der kah⸗ len Patrik⸗Huͤgel eine einſame Huͤrde. Sie ſtand ganz „abgeſondert von allen menſchlichen Wohnungen, und ſelbſt „der Hirt hatte ſich in dieſer Nacht, vielleicht einer Lieb⸗ ſchaft wegen, fortgeſtohlen; doch fanden wir etwa funf⸗ zig Schafe in dem eben erſt mit reinlichem Stroh ver⸗ „ſorgten Stalle. Unverdroſſen kletterten wir uͤber die Thor⸗ „leitern, und ſuchten unſer warmes Lager zwiſchen den friedlichen Thieren. Noch oft verſicherte ſpaͤterhin Tho⸗ mas Vanley, daß, obgleich er bekanntlich in Indien alle „Genuͤſſe eines Nabobs, waͤhrend ſeines dortigen Dienſtes „unter Lord Wellington, gehabt, doch kein Indiſches La⸗ „ger ihm ſo erquickend geweſen, als jenes Strohlager un⸗ „ſter den Schafen am Patrik⸗Huͤgel.“
8


