Mittlerweile war der Tag angebrochen; man loͤſchte die Fackeln aus, und, der Anordnung gemaͤß, zogen ſich die bei⸗ den Parteien in das eigentliche Schloß und das Außenweek zuruͤck, zwiſchen welchen die Zugbruͤcke ſich trennend erhob. Bertram ging in ſein einſames Zimmer, und indem er den wunderbaren Begebenheiten der vergangenen Nacht nachdachte und, mit Brieftaſche und Bleifeder in der Hand, ſie, leicht auf dem Sopha hingeſtreckt, im Kopfe ordnete, um ſie dann aufzunotiren, uͤbermannte ihn die Mattigkeit, und er verfiel in einen Schlaf, aus welchem er erſt erwachte, als die Mor⸗ genſonne bereits ſein Gothiſches Zimmer freundlich erleuch⸗ tete. Es war ein ſchoͤner Fruͤhlingstag. Die umliegenden Hoͤhen nahmen ſich im Fruͤhlicht beſonders reizend aus; und ſchnell wurde von ihm der Gedanke ausgefuͤhrt, eine der nah gelegenen Uferhoͤhen zu beſteigen, um dort, bei der freien und weiten Ausſicht auf Meer, Schloß und den fernen Kuͤ⸗ ſtenſtreif, das niederzuſchreiben, was ihn draͤngte.
Durch das Hinterpfoͤrtchen ſchlich er, vermuthlich zu ei⸗ ner Zeit, wo noch alle andre Bewohner des Schloſſes der Ruhe pflegten, aus demſelben, ob es ihn gleich Wunder nahm, daß die kleine, ſonſt mit aller Sorgfalt verſchloſſene und ver⸗ riegelte Thuͤr offen ſtand. Angefaͤchelt von der friſchen Luft, beſtieg er bald einen der hoͤchſten Uferfelſen, von deſſen Spitze man nicht allein das Meer in betraͤchtlicher Weite uͤberſehen konnte, ſonderu auch das thurmreiche Schloß zu ſeinen Fuͤ⸗ zen erblickte. Bertram zog ſeine Brieftaſche abermals henor ſuchte


