Teil eines Werkes 
3. Band (1825)
Entstehung
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ihrem entzuͤckten Geliebten zu ſprechen und ihn durch ihre Augen zu begluͤcken ſcheint, und dieſer nur ihre Blicke ſaugt, ihre Reden hoͤrt, auf die leiſen Regungen ihrer Seele lauſcht, um mit dem Geſtohlenen die Geliebte ſeiner Phantaſie aus⸗ zuſchmuͤcken? Iſt nicht ein ſolcher Dichter aͤrger als der Vampyr, welcher doch nur das Blut ausſaugt? Mir wird allemal unwohl zu Muthe, wenn ich in der Geſellſchaft ei⸗ nen Menſchen, deſſen Geſicht fuͤr ſeine Klugheit ſpricht, im Winkel ſitzen und nur horchend an den Geſpraͤchen Antheil nehmen ſehe⸗

Die Geſellſchaft hub, durch Malburnes Beiſpiel aufge⸗ muntert, ein lautes Gelaͤchter an, die Flaſchen wuchſen auf dem Tiſche, und eine voͤllige Verſoͤhnung war erfolgt, da ſich Niemand von den Fremden getroffen fuͤhlte.Ein alt⸗ brittiſch Herz!Aufrichtige Freunde!Treue Diener! Dieſe Toaſte wurden mit allgemeinem Jubel ausgebracht, und Sir Morgan verlangte mit lauter Stimme von dem ſteif und ſtarr daſtehenden Saͤnger ein Lied zum Lobe auf⸗ richtiger Freunde. Zum großen Erſtaunen ließ aber dieſer einige Akkorde des tiefſten Wehlautes hoͤren, und ſang dann mit einer Stimme, welche ſo tief bewegt war, wie das Alter des Saͤngers es erlaubte, folgende abgebrochene Verſe:

Und als der König die Ritter Sah todt im Felde umher,

Da wurden von bittern Thränen Seine kühnen Augen ſchwer.