Teil eines Werkes 
3. Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

derbniß auch Leute erzeugt, die auf den Menſchendiebſtahl ausgehn.. Sie meinen die Matroſenpreſſer? ſagte ein Londoner.

Oder ſollten, fragte beſtuͤrzt ein Franzoſe wie einſt in Amſterdam, Seelenverkaͤufer auf ſorgloſe Fremde lauern, um die Kolonien zu bevoͤlkern?

Sein Sie unbeſorgt! Wo ein Walladmor Friedensrich⸗ ter iſt, wandelt jeder freie Mann ungefaͤhrdet; aber es giebt Diebe, welche nicht den Leib, ſondern die Seele rauben, welchen man ihr Gewerbe nicht anſieht, und denen man, ſaͤhe man es ihnen auch an, doch nicht die Thuͤre bieten darf. Seit der Zeit, wo bei uns wenig gehandelt und viel geſchrieben wird, wo der Heldenthaten wenig und dafuͤr de⸗ rer, welche ſie beſingen wollen, deſto mehr geworden ſind,⸗ muͤſſen die Schriftſteller, wollen ſie einen Gegenſtand finden, auf Diebſtahl ausgehn. Seit die Romane aus den Londo⸗ ner und Edinburger Preſſen das Land uͤberſchwemmen, darf man in keine Geſellſchaft treten, man darf keinen Fremden gaſtlich aufnehmen, ohne zu befuͤrchten, auf eine Viper zu ſtoßen, die bis ins Herz beißt. Freundlich ſchmiegen ſich dieſe hungrigen Laurer an ihr Opfer an, ſie ſind ſelbſt beſcheiden und ſtill, aber dafuͤr deſto aufmerkſamer, wenn Jemand ſpricht. Statt daß ſich Freunde offen ihr Herz ausſchuͤtten, bewegen ſie nur den Andern dazu, und empfangen ohne wiederzuge⸗

ben. Iſt nicht das Gefuͤhl empoͤrend, wenn eine Schoͤne zu