der Lebenden weit furchtbarer anftreten, weit groͤßere Macht beſitzen, als die Schatten der Todten. Ich muß dies zugeben, aber es iſt dafuͤr der freundliche Einfluß geliebter Weſen auch um ſo wohlthuender. 152 Wohl, Sir— aber wenn ein freundliches Weſen zu mir tritt, wir ſchweigend Blicke wechſeln und die knospenden Gedanken uns mittheilen, dann tritt aus dem Hintergrunde das blutig finſtere Weſen ploͤtzlich vor, ſchleudert die lieb⸗ liche Geſtalt mit eherner Fauſt zuruͤck, und ſteht hoͤhniſch vor mir. Es lacht der ſchoͤnſte Fruͤhling in den Thaͤlern, auf dem Meere; ans der nackten Felswand gruͤnt der Brombeerſtrauch, und ſelbſt dies uralte Schloß zieht das Kleid des Fruͤhlings an: weshalb wollen Sie, Mylady, allein dem milden Einfluß * der Natur widerſtehen? Verſcheuchen Sie die truͤben Gedan⸗ ken, die Erinnerung an den Ungluͤcklichen!—
Sie nennen ihn nur ungluͤcklich.—
Iſt nicht auch der Verbrecher ungluͤcklich?
Ich habe Ihnen vertraut, Herr Bertram, daß die Liebe zwiſchen mir und James Nichols todt iſt, aber es lebt noch ein Mitgefuͤhl in mir fuͤr den ungluͤcklichen Verderbten. Welche Kraͤfte gingen in ihm unter! welche Seelengroͤße leuchtet aus der Nacht ſeiner Laſter! 3
Ein verdorbenes Genie!. Von Ihnen, dem die Poeſte auch eine Goͤttin iſt, erwar⸗ tete ich nicht dies Wort, womit leider unſere kaufmaͤnniſche


