Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1826)
Entstehung
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ein Corſenhuͤtchen auf dem Kopfe, eine Menuet

mit ihm tanzte.

Sie vergeſſen, liebe Mutter, wie leicht ich mich vor zehn Jahren verliebte. Ich geſtehe, daß ich ſeit jener Zeit, der Liebe ein wenig aus dem Wege ging, aber etwas Uebung wird mich ſchon wieder auf die Bahn bringen, und dann ſollen Sie ſich, das verſpreche ich Ihnen, nicht uͤber meine Vorſichtigkeit zu beklagen hahen.

Mſtrs Lennor ſeufzte und ſchuͤttelte das Haupt. Schon lange naͤhrte ſie die Hoffnung,

ihr Sohn wuͤrde ſich, kehre er je zuruͤck, in Ma⸗

rien verlieben und ſie heirathen. Ueber dieſem Lieblingsplan hatte ſie ſo lange gebruͤtet, bis er ihre ganze Seele erfuͤllte. In der Einfalt ihres

Herzens bildete ſie ſich ein, ſie wuͤrde die von

ihr ſo ſehnlich erwuͤnſchte Begebenheit ſchneller herbeileiten, wenn ſie ihrem Sohne den Gedanken davon einfloͤßte, indem ſie nicht den mindeſten

Zweifel hegte, der Gegenſtand ihrer Neigungen

muͤſſe gleichfalls der Abgott ihres Sohnes wer⸗

den. Sie kannte das menſchliche Herz ſo wenig,

daß ſie nicht bedachte, daß gerade dieſes Mit⸗ tel, ihre Plaͤne, ſtatt ſie zu befoͤrdern, vielmehr

vernichten wuͤrde. Der Stolz des Mannes em⸗

poͤrt ſich meiſtens gegen alle Verſuche, ſeine Nei⸗ gungen zu lenken. Schwache Gemuͤther laſſen ſich freilich oft verleiten, mit den Augen Ande⸗ rer zu ſehen; allein ſtolze und unabhaͤngige Geſhe lieben fuͤr ſich ſelbſt zu wuhlen.