Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1826)
Entstehung
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ſchaft wurde, auf dieſe Weiſe, von beiden Sei⸗ ten, bald zur waͤrmſten Freundſchaft. Der Tag, welcher nicht durch Mariens Gegenwart erhellt wurde, ſchien der guten Mſtrs Lennox doppelt finſter, und Maria fuͤhlte ſich gluͤcklich, etwas zum Vergnuͤgen der armen Leidenden beitragen zu koͤnnen..*

Mſtrs Lennor war eines jener ſanftmuͤthi⸗ gen, liebenswuͤrdigen Weſen, die das Herz weit mehr gewinnen, als Andere es durch vorzuͤgli⸗ chere Eigenſchaften einzunehmen vermoͤgen. Ihr Verſtand war keiner der erhabenſten, war auch nicht ſo ausgebildet, wie das jetzige Zeitalter es verlangt. Allein die Trefflichkeit ihres Herzens und die Reinheit ihrer Seele beſchaͤmten den Stolz des Witzes und den Glanz des Wiſſens. Aller aͤußeren Freuden beraubt, und großer Zei⸗ ſtiger Huͤlfsmittel ermangelnd, konnten nur Er⸗ innerung und Hoffnung die finſtern Tage ihres Lebens erhellen. Ihr einziges Vergnuͤgen beſtand in der Ruͤckerinnerung an ihre Kinder, in Ge⸗ ſpraͤchen von ihrer Schoͤnheit und Guͤte, und im Zuruͤckrufen vergangener gluͤcklicher Zeiten.

O, nur eine Mutter kann ſagen, wie bit⸗ ter die Thraͤnen des Mutterauges ſind! pflegte ſie auszurufen. Alle andere Schmerzen ſcheinen natuͤrlich, aber, Gott moͤge es mir verzei⸗ hen! das iſt nicht natuͤrlich, daß die Alten die Jungen beweinen muͤſſen. O, wenn ich mich ſo von meinen Kindern umringt ſah, wie wenig

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