Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Erſcheinungen dieſer Nacht, der Familie und ganz beſonders dem kleinen Normann einen außer⸗ ordentlichen Gluͤcksfall prophezeit haben.

Das groͤßte Gluͤck, welches ich ihm und uns Allen fuͤr heute wuͤnſchen kann, iſt, daß er ſich waͤhrend der Taufe fein ruhig halten moͤ⸗ ge, erwiederte die Mutter, welche ſich von je⸗ nen Prophezeiungen nicht ſo begeiſtert fuͤhlte,

als Lady Macbeth von denen der ſcheußlichen Hexen. 4 3U

Eine große Geſellſchaft wohnte der feierti⸗

chen Handlung bei, welche der ehrwuͤrdige Pfarrer

Duncan Macdrone gehoͤrig verrichtete. Saͤmmt⸗ liche Damen kuͤßten, der Reihe nach, den kleinen Chriſten. Die Matronen nannten ihneinen koͤſtlichen kleinen Koͤder! die Fraͤuleins, das ſuͤßeſte Lammchen das ihnen je vor Augen kam! Kuchen und Wein wurde umher gereicht. Alles ſchien gut zu gehen, als der alte Laird, der bisher ruhig in ſeinem Lehnſtuhle ſaß, und dem man eben Wein anbot, ploͤtzlich mit heiſe⸗ rer Stimme ausrief;He! wozu all das Ge⸗

ſchlampampe? Ehe man antworten konnte,

ſanken ſeine Kinnbacken, die Augen ſtarrten, und das Lebenslicht des Gebieters von Glen⸗ fern erloſch.