Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 168—

angeklagter Unſchuld. Zwey Dinge waren in dieſen Muthmaßungen gegruͤndet. Obgleich Eduarb unſchuldig war, ſo fuͤhlte er dennoch jetzt, daß es ihm ſchwer fallen wuͤrde, ſein Be⸗ nehmen zu rechtfertigen.

„Daß iſt das Traurigſte bey dieſem un⸗ glͤcklichen Handel,“ ſagte Melville,„daß ich Ihnen Ihre Papiere abfordern muß.“—

„Die ſollen ſogleich zu Dienſten ſtehen,“ ſagte Eduard, indem er ihm ſeine Brieftaſche uͤbergab.„Einen Brief hab' ich den ich nicht zu leſen bitte.“

„Ich fuͤrchte Ihrem Wunſche nicht Gnuͤge leiſten zu koͤnnen!“

„Nun denn, mein Herr, ſo leſen Sie ihn: aber, da er Ihnen von keiner Wichtigkeit ſeyn wird, ſo bitte ich ihn mir wieder zu geben.“ Bey dieſen Worten zog er den Brief, den er dieſen Morgen erhalten hatte aus dem Buſen, und uͤberreichte ihn mit dem Umſchlage. Der Ma⸗ jor las ihn ſchweigend., befahl ſeinem Schrei⸗ ber Abſchrift davon zu nehmen, und gab ihn

dann ernſthaft mit bekuͤmmerter Miene zuruͤck.

Nachdem er ihm einige Augenblicke ſich zu ſammeln gegeben hatte, fuhr er in dem Ver⸗ hoͤre fort, welches niedergeſchrieben ward.