Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1826)
Entstehung
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Aber dieſe kleinen Plagen vergaß Maria ſehr geſchwind, als ſie ſich wieder in dem Lande ihrer Geburt ſah. Die Huͤgel, die Luft, die Gewäſſer, die Menſchen, ja ſogar die Torfgru⸗

ben, beſaſſen Reitze, die ihr Herz ruͤhrten, und Thränen in ihre Augen brachten, da ſie ihr das Bild der Heimat darſtellten. Als ſich ihr aber nunmehr der Lochmarlie in ſeiner vollen Pracht von der ſinkenden Sonne vergoldet, zeig⸗ te, da wurden ihre Gefuͤhle zum Entzuͤcken. Fel⸗ ſen, Waͤlder, Gebirge und Gewaͤſſer, glaͤnzten in mehr als irdiſcher Schonhet. O, dieſes Leben enthält doch mitunter ſelige, unvergeßliche Augen⸗ blicke! Ein ſolcher ward Marien zu Theil als der Wagen hielt, und die melodiſche Stimme, die ihr ſeit ihrer Kindheit ſo thener war, aufs neue ihr Ohr erreichte; als ſie das ihr uͤber alles liebe Antlitz wieder erblickte, und ſich an das Herz ge⸗ druͤckt fuͤhlte, das mit Mutterliebe fur ſie ſchlug!

Nachdem Maria ſich von dem erſten Ent⸗ zuͤcken erholt hatte, bemerkte ſie, mit hoher Freu⸗ de, das friſchere und munterere Ausſehn der Mſtrs Douglas. Die zaͤrtlichen Gefuͤhle ihres Herzens waren, durch die Geburt und das Wohl⸗ beſinden ihres Knäbleins, und das erhoͤhte Gluͤck ihres Gatten, zur Thaͤtigkeit erregt und befri⸗ diget worden. Ihre Sorge um den ehemaligen Geliebten gleichfalls voruͤber. Er ſelbſt hatte benachrichtiget, er ſei verheirathet und gluͤcklich. So viel vermag die Zeit uber die ver⸗ änderliche menſchliche Natur, ohne daß man des⸗ halb der Unbeſtändigkeit angeklagt werden darf!