Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1826)
Entstehung
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Charakters doch bald mit ihrem Weſen aus. Sein heller Verſtand und ſeine Herzensguͤte be⸗ wogen ihn, ihre Schwaͤchen mit ſo vieler Nach⸗ ſicht zu behandeln, daß ſie, mit thraͤnenden Au⸗ gen, erklarte, ſie habe ſeines Gleichen nie geſe⸗ hen, und ſie konne nicht genug an ihn denken. Sie bitte nur den Himmel, daß Sir Simſon wieder geneſen möge und ihn ſehen koͤnne; ſie ſei uberzeugt, er wärde ſo denken wie ſie.

Lady Emiliens Heirathstag kam heran. Sie ſchien in einer weit ernſteren Stimmung zu feyn, als bisher. Doch war es zweifelhaft ob ihre eigene vage oder die bevorſtehende Tren⸗ nung von Marien, die, nebſt Tante Grishelde, gleich nach der Trauung abreiſen wollte, dieſe Stimmung bewirkte. Eduard und ſeine Braut hätten ſie gerne begleitet, Aber Graf Courtland war zu ſehr an ſeine Tochter gewoͤhnt, und ſah ſich zu gut von ſeinem Neffen unterhalten, als daß er ihre Abweſenheit hätte ertragen konnen, Sie gaben daher, obgleich ungern, das Projekt auf.

Das kommt blos vom Mangel an einigen

Widerſtand her, ſagte Emilie, als ihr einige

Chraͤnen entſielen.Ich glaube, uͤberlaut ge⸗ weint zu haben, haͤtte ich nicht bemerkt, daß Dok⸗ tor Redgill die Schultern uͤber mich zuͤckte; das ermunterte meine Lebensgeiſter. Bei Alledem begieng ich vielleicht eine thörichte Handlung. Die kalten Feſſeln des Eheſtandes binden mich bereits. Ich füͤhle mich ſchon in ein zaͤrtliches, vernuͤnftiges, demuthiges, ſanftmuͤthiges Weibchen verwandelt. Ach! von nun an, muß ich allen