100 Rede2 Wollte ſie ihren Vater in dem Augenblicke der höchſten Noth ſeinem Schickſale uberlaſſen? Durfte er nicht mehr auf die Hülfe rechnen, welche er ſich durch ſie verſchaffen wollte.
Die Augenblicke, welche die Prinzeſſin mit einer Art von Gefallſucht bei dem Wäringer Hereward ver⸗ lor, ſchienen der Ungeduld des Kaiſers zehn Mal län⸗ ger ais ſie in der That waren⸗ und er kam ſchon auf den Gedanken, daß ſie die Mitverbrecher des Cäſars aufſuchte, um ihren Gebieter anzufallen, während er Vertheidigungslos war, und um auf dieſe Weiſe ihre ſchon halb vernichtete Verſchwörung durchzuſetzen.
Nachdem eine ziemliche Zeit mit jenem Gefuͤhle verzweifelnder Ungewißheit hingegangen war, begann er endlich wieder ruhig zu werden, und daran zu den⸗ ken, wie unwahrſcheinlich es waͤre, daß die Prinzeſſin ſelbſt aus Rückſichten für ſich ſelbſt, ihren höchſten Zorn über das ſchlechte Betragen ihres Mannes auf⸗ gaͤbe, und ihre Anſtrengung mit denen des Caͤſars ver⸗ cinigte, um den Untergang eines Fürſten zu bewirken, der fur ſie ſtets ein liebevoller und nachſichtiger Vater geweſen war. Als er dieſe vernünftigeren Gedanken angenommen hatte, ließen ſich auf der Treppe Tritte hören, und bald kam Hereward mit ſeiner ſchweren Waffe am unteren Ende an. Hinter ihm ging der in der Heilkunſt erfahrene Sklave Duban: er keuchte und zitterte ebenſowohl vor Froſt als vor Schrecken.
Willkommen, tapfrer Eduard, ſagte Alexius; und


