Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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gehaͤſſigen und entwuͤrdigenden Geſichtspunkt geſtellt wurde. Außerdem muß man bedenken, daß eine Art Inſtinkt die Weiber bewegt, ihre erſten Gedanken, welche ſie einem Geliebten ſchenken, zu laͤugnen, und daß ſie dieſelben ſelten freiwillig eingeſtehen, wenn nicht Zeit und umſtaͤnde zuſammenwirken, um ſie zu beguͤnſtigen. Sie nahm daher lebhaft den Him⸗ mel zum Zeugen, als ſie jene Beſchuldigung zuruͤck⸗ wies.

Zeuge mir, heilige Jungfrau, du Himmelskoͤnigin, rief ſie aus; zeuget mir, ihr Heiligen und Märty⸗ rer, und ihr Seligen alle, die ihr mehr als wir ſelbſt die Huͤter der Reinheit unſeres Gemuͤthes ſeyd⸗ daß ich keine Leidenſchaft kenne, welche ich nicht ein⸗ zugeſtehen wagte; und daß ich, wenn das Leben des Nicephorus abhinge von meinen Bitten zum Gotte der Menſchen, alle Unbilden, die ich von ihm empfan⸗ gen habe, verachten und vergeſſen wollte: es ſollte ſo lange waͤhren, als das Leben jener Diener des Him⸗ mels, welche Gott von der Erde nahm, ohne ſie die Aengſte des Todes leiden zu laſſen.

Ihr habt ein kuͤhnes Geluͤbde gethan, ſagte Irene; denket daran euer Wort zu halten, Anna Comnena: denn glaubet mir, es wird auf die Probe geſtellt werden.

Auf die Probe, meine Mutter! Wie? habe ich uber das Schickſal des Cäſars zu entſcheiden, welcher nicht meiner Gewalt unterworfen iſt?.