Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

52

geit gleichgültig ſeyn, da ihr alsdanu, hoffe ich, einen Zuſtand von Seligkeit genießen werdet, den euch eitle Verläumdungen nicht zu ſtören vermögen. Das ein⸗ zige Mittel, dieſem Unglücke vorzubeugen, wäre, daß Ew. Maj. ſelbſt ihre Denkwürdigkeiten während ih⸗ rer Lebzeiten ſchriebe; ſo ſehr bin ich überzeugt, daß es euch leicht werden würde, geſetliche Entſchuldigun⸗ gen für diejenigen eurer Handlungen vorzubringen, welche ohne dieſe Vorſicht tadelnswerth erſcheinen könnten.

Kommen wir auf etwas Anderes, ſagte der Kaiſer; und da die Gefahr dringend iſt, wollen wir uns mit der Gegenwart beſchäftigen, und die zukünftigen Zeit⸗

alter ſelbſt urtheilen laſſen. Auf welche Beſchwerden, ehrwürdiger Vater, ſtützen ſich nach eurer Meinung jene Verſchworenen, um einen ſo verwegenen Aufruf an den Pöbel und die griechiſchen Soldaten zu wagen?

Sicherlich, antwortete der Patriarch, hat der Tod des Urſel unter allen Unfällen eurer kaiſerlichen Herr⸗ ſchaft am meiſten Erbitterung in den Gemuͤthern er⸗

regt: man ſagt nehmlich, daß er ſich auf Bedingungen unter dem Verſprechen von Leben und Freiheit unter⸗ worfen habe, und daß man ihn nichtsdeſtsweniger auf . euren Befehl in den Gefaͤngniſſen des Blakernal Hur⸗ 5 gers ſterben ließ. Seine Tapferkeit, ſeine Freigebig⸗ keit, ſeine menſchenfreundlichen Tugenden leben noch in dem Andenken der Bewohner dieſer Hauptſtadt und der Soldaten von der Leibwache der Unſterblichen.