Teil eines Werkes 
6. Theil (1832)
Entstehung
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vorlieb? Werft einen Blick auf uns. Wir ſind jung und ziemlich reich. Der gnädige Herr von Bouillon iſt alt, und wenn er einige Zechinnen hat, ſo iſt er nicht der Mann danach, um ſie auf ſolche Weiſe zu verwenden.

Ich habe ihm ein Pfand für meine Sendung dor⸗ zuzeigen, antwortete Bertha, ein Pfand, welches er anerkennen wird; und er wird es niemanden Dank wiſſen, der mich verhindern wird, frei zu ihm zu kom⸗ men. Dann zeigte ſie ihm ein kleines Käſtchen, in welches der Siegelring des Grafen verſchloſſen war, und fuhr fort: Ich will euch dieß anvertrauen, wenn ihr mir verſprecht, es nicht zu oͤffnen, und mir eine Unterredung mit dem edlen Oberhaupte der Krenz⸗ fahrer zu verſchaffen.

Ich bin es zufrieden, ſagte der Juͤngling; und wenn es der Wille des Herzogs iſt, ſo ſollt ihr ihn zu ſprechen bekommen.

Ernſt von Apulien, rief ihm einer ſeiner Begleiter zu, dein luͤſternes Gemuͤth hat ſich mit Liſt fangen laſſen.

Du biſt ein frommer Narr, Polydor, antwortete Ernſt; dieſe Sache kann wichtiger ſeyn, als dein Ver⸗ ſtand und der meinige zu entdecken vermoͤgen. Die⸗ ſes Weib und einer ihrer Begleiter tragen die Klei⸗ dung der kaiſerl. Leibwache der Wäringer. Sie ſind vielleicht vom Kaiſer mit einer Botſchaft beauftragt, und die Wahl ſolcher Geſandten verträgt ſich ſehr