95 gieb es darauf dieſen ungläubigen Frauen, welche nicht eher an die Gefahr des Kaiſers glauben wollen, als wenn ſie die Dolche der Verſchworenen in ſeine Glie⸗ der fahren hören.
Hereward that was ihm befohlen war; und nach⸗ dem er die Schrift durchlaufen und durch Kopfnicken angedeutet hatte, daß er ihren Jnhalt billigte, ſo reichte er ſie der Kaiſerin dar.
Irene hatte nicht lange geleſen, ſo übergab ſie das Pergament ihrer Tochter mit einer ſo zornigen Miene, daß ſie kaum ihr die Stelle anzeigen konnte, welche ihren Unwillen erregt hatte,— da lies, ſagte ſie zu ihr, da lies, und urtheile über die Erkenntlichkeit und Liebe deines Cäſars!
Die Prinzeſſin Anna Comnena erwachte aus einem Zuſtande tiefer und ſchmerzhafter Schwermuth, und warf einen Blick auf die Stelle, welche für ſie be⸗ ſtimmt war, Anfangs mit einer matten Neugierde, welche aber bald der lebhafteſten Theilnahme wich. Ihre Augen flammten von Unwillen, ihre Hände hiel⸗ ten das Pergament, wie die Krallen eines Falken ſeine Beute, und mit einer Stimme, welche dem Schreien dieſes Vogels, wenn er in Wuth iſt, ähnlich war, ſchrie ſie:— Falſcher und blutgieriger Verräther! was konnteſt du denn noch mehr verlangen?— Nein, mein Vater, ſagte ſie, und erhob ſich im Zorne, eine betrogene Prinzeſſin wird nicht mehr bei euch fürſpre⸗ chen, um den Verräther Nicephorus mit dem ſo wohl⸗


