106 Nicephorus Briennes trat in großem griechiſchem Anzuge auf, welchen er mit großer Mühe zurecht ge⸗ macht hatte, um die Anmuth ſeiner Geſtalt beſſer her⸗ vortveten zu laſſen.
Es ſey mir erlaubt zu hoffen, ſagte Agelaſtes, als er den Caͤſar mit ernſter und zurückhaltender Miene empfing, daß Ew. Hoheit nach reiflicher Ueberlegung ihr Vorhaben geändert hat, und daß ihr, welcher Art immer die Zuſammenkunft ſeyn mag, die ihr mit die⸗ ſer franzöſiſchen Dame wünſchet, ſie wenigſtens ſo lange verſchieben werdet, bis der Hauptpunkt unſerer Verſchwörung im Reinen iſt.
Nein, Philoſoph, antwortete der Cäſar, nein. Mein ein Mal gefaßter Entſchluß iſt nicht das Spiel der Umſtände. Glaube mir, ich vollende keine Arbeiten, ohne zu neuen bereit zu ſeyn. Die Gaben der Venus ſind die Belohnung der Thaten des Mars, und ich möchte mir nicht die Mühe nehmen, mich dem Gotte der Waffen und den Beſchwerden und Gefahren ſei⸗ nes Dienſtes zu weihen, wenn ich nicht vorher den Moyrtenkranz erhalten hätte, der die Stirne des glück⸗ lichen Liebhabers einer ſchönen Gebieterin ſchmücken ſoll.
Ich bitte euch wegen meiner Dreiſtigkeit um Ver⸗ zeihung; aber hat Ew. kaiſerl. Hoheit auch nachge⸗ dacht, daß ſie mit der unvorſichtigſten Unbedachtſam⸗ keit ein Kaiſerthum, ihr eigenes Leben, ſowie das meinige und das aller Freunde, welche an einem ſo
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