6 Chierwein gelaßſen haſt, ſollte eine gleiche zwiſchen deiner Seele und deinem Leibe hervorbringen, oder dich zum wenigſten fuͤr dein übriges Leben in das Piſtrinum*) ſchicken.
Während der Philoſoph ſich alſo in Scheltworten, in Verwuͤnſchungen und Drohungen gegen ſeinen Sklaven ergoß, was die Sitten damaliger Zeiten nicht als einen Mangel an Lebensart betrachteten, hatten die Fremden Gelegenheit, den kleinen Strom ſeiner häuslichen Beredtſamkeit mit den haͤufigeren und groͤßeren Wogen der Schmeichelei, womit er ſeine Gaͤſte überſchwemmte, zu vergleichen. Das Alles miſchte ſich bei ihm untereinander wie das Del, der Eſſig und die Pfeffergurken, woraus Diogenes eine Sauce bereitete. So hatten auch der Graf und die Graͤfin Gelegenheit, das Wohlſein und Gläck jener Sklaven würdigen zu lernen, welche der allmaͤchtige Jupiter in der Fülle ſeines Erbarmens mit ihnen zur Velohnung ihrer guten Sitten zum Dienſte eines Philoſophen beſtimmt hatte. Sie nahmen vom Mahle ihren Theil zu ſich, aber ſie waren mit einer Schnel⸗ ligkeit zu Ende, welche nicht allein den Philoſophen, ſondern auch ſeine Kaiſerlichen Gäſte uͤberraſchte.
Der Graf bediente ſich nachlaͤßig von der Schuſſel, welche bei ihm ſtand, und trank einen Becher Wein aus, ohne ſich zu kümmern, ob den Griechen ihr Ge⸗
*) Der Hrt, wo die Romiſchen Sklaven den Weizen mahlen mußten.,


