Teil eines Werkes 
19. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 5. Bändchen (1826)
Entstehung
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thung dauerte nur einen Augenblick, denn die Gelegenheit zur Flucht, die ſich ihnen bot, war ſo unerwartet, als die Umſtände dringend waren.

Wir haben Euer Ehrenwort, daß wir nichts zu fürchten ha⸗ ben, ſagte Sir Richard Glendale,wenn wir unſere Verſamm⸗ lung in Folge Eurer Befehle auſtöſen.

Ja, Sir Richard, antwortete der General.

zUnd ich habe Euer Verſprechen, ſagte Redgauntlet,daß ſch an Vord jenes Schiſſs dort gehen kann mit einem Freund, den ich nach Gefallen zu meiner Begleitung wähle?

Nicht nur das, Mr. Ingoldsbh, oder ich will Euch noch ein⸗ mal Redgauntlet nennen; Ihr könnt ſogar bis zu einer andern Fluth in der Vucht bleiben, bis eine Perſon zu Euch gekrmmen

iſt, die zu Falrladies ſeyn mag. Rachher wird eine Kriegsflödg ſich hier aufſiellen, und Eure Lage könnte dann gefährlich werden.

Gefährlich nicht, General Campbell; oder gefährlicher für an⸗ ere, als für uns, wenn andere dächten, wie ich in dieſer verzwei⸗ felten Lage noch.

Ihr vergeßt Euch ſelbſt, mein Freund, ſagte der unglückliche Abentheurer,Ihr vergeßt, daß die Ankunſt dleſes Herrn nur den Schlußſtein zu unſerem längſt gefaßten Entſchluße fügt, unſer Stiergeſecht(außzugeben,) oder wie man ſonſt unſer unbeſonnenes Uuternehmen neunen wiit. Ich ſage Euch Lebewohl, Ihr unfteund⸗ lichen Freunde, ich ſage Euch Lebewohl(ſich gegen den Generat verbeugend) mein freundlicher Feind; ich verlaſſe dieß Ufer, wie ich es betrat, allein, und unm nie zurückzukchren.

Nicht allein, ſagte Redgauntlet,ſo lange noch ein Bluts⸗ tvopfeu in meinen Adern fließt.

NRicht allein, ſagten die andern anweſenden Edelleute, von Geſühlen durchdrungen, welche faſt die beſſern Gründe überwäl⸗ tigten, nach denen ſie gehandelt hatten.Wir wollen unſere Grundſätze nicht auſgeben, noch Eure Perſon in Gefahr ſehen.

Wenn es nur Eure Abſicht iſt, den Berrn bis an die Bucht zu geleiten, ſagte General Gampbell,ſo gehe ich ſelbſt mit Euch. Meine Gegenwart unter Euch, ohne alle Waffen und in Eurer Gewalt, kann Euch ein Pfand meiner freundlichen Abſichten ſeyn⸗ und wird zugleich jeder Störung vorbeugen, die von Leuten ine Dienſt herrühren könnte. S6.

Es ſey ſo, ſagte der Abentheurer mit dem Tone des Fürſten gegen einen linterthanen, nicht mit dem eines Menſchen, der em Verlangen eines übermächtigen Feindes nchgibt.

Sie verließen das Zimmer, und das Haus; ein unbeſtimmter Schrecken hatte ſich bereits unter den gerigen Anhängern verbrei⸗ Let, die kurz vorher ſich um das Baus und Eingang gedr igt hat⸗ ten, Eine Nachricht, deren Urſprung ſich nicht angeben ließ, hat⸗ de ſich verbreitet, es zögen Truppen in bedeutender Anzahl heran, und diejenigen Leute, weſche aus irgend einem Grunde den Arm der Gewalt fürchteten, hatten ſich in Stäile und Winfel verkro⸗

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