122
der erblichen Hartnaͤkigkeit habe, die ſeinen Vorſahren ſo theuer zu ſtehen gekommen war, und der, indem er das Schwerdt zog, die Scheide weggeworfen haben mußte.
Lilias dagegen gab ihm den Rath, der unter den vyr⸗ liegenden Umſtaͤnden der paßendſte ſchien, ſie wollten ſich ihrer jezigen Lage fuͤgen, aber ſorgfältig darauf bedacht ſeyn, mit Darſie eine Verbindung zu eröffnen, ſo bald er einen Grad von Freiheit erhalte, in welchem Falle dann ihre gemeinſame Flucht ins Werk geſezt werden koͤnne, ohne daß irgend jemand dadurch in Gefahr kame. K Kaum hatten ſie dieſen Punkt in ihrer jugendlichen Berathung feſtgeſezt, als Fairford, der auf die leiſen, ſuͤßen, lispelnden Toͤne von Lilias Redgauntlet horchte⸗ die ein Anklag von fremdem Accent noch reizender mach⸗ te, durch eine derbe Hand, welche mit vollem Gewicht auf ſeine Schultern fiel, aufgeſchreckt wurde, während die mißtonende Stimme des Peter Peebles, der ſich end⸗ lich von dem wohlmeinenden Quaͤker losgemacht hatte, ſeinem nachlaͤßigen Advokaten ins Ohr ſchrie.—„Aha⸗
Vurſche, jezt ſeyd Ihr gefangen,— ihr ſeyd nun ein
Kammeradvokat, wie ich ſehe, nicht wahr?— Und Ihr macht Proreßſchriften mit Klienten in Schleyern und und Hauben?— Aber wartet ein wenig, Burſche⸗ ſeht, wie ich mit Euch umgehe, wenn meine Bittſchriſt und Klage zur Verhandlung kommt, mit den ſchriftli⸗ chen Veweiſen, Ihr moͤgt nun Euch verantworten
oder nicht.“
Es hatte Fairforden in ſeinem Leben nicht ſo viel Anſtrengung gekoſtet, die erſte Aufwallung zu unter⸗ druͤcken, und kaum enthielt er ſich, den alten Tölpel niederzuſchlagen, der ihn in einem ſolchen Augenblick unterbrochen hatte. Aber Peters lange Anrede gab ihm⸗ vielleicht zum Gluck für beide, Zeit, das vollig Un⸗ ziemliche eines ſolchen Verfahrens zu uberlegen. Er ſchwieg indeß, troz ſeiner innern Ungeduld, während Peter fortfuhr: 5 Ri


