net, von denen ich in Romanen geleſen hatte, heglei⸗ tet von Knappen, Pagen und dem ganzen Gefolge des Ritterthums, ritt mit Gepraͤnge vor auf einem Bar⸗ berroße. Seine Ausforderung gegen alle diejenigen gerichtet, welche das Recht des neuen Herrſchers an⸗ zutaſten wagten, wurde laut einmal und zum zwei⸗ tenmal vorgeleſen.
„Naſch vorwärts beim dritten Ruf,“ ſagte mein Oheim zu mir,„bring mir des Ausforderers Hand⸗ ſchuh, und laß den meinigen dafuͤr zuruͤck.“
Ich ſah die Möglichkeit davon nicht ein, denn von' allen Seiten war ich von Menſchen umgeben; aber beim dritten Klang der Trompeten oͤffnete ſich, wie auf ein Commandowort, eine Gaße zwiſchen mir und dem Kaͤmpfer, und ich hoͤrte meines Oheims Stimme:„jezt, Lilias, jezt!“.
Mit raſchem, aber feſtem Schritt, und mit einer Geiſtesgegenwart, die ich mir nachher gar nicht er⸗ klären konnte, entledigte ich mich meines gefährlichen Auftrags. Ich glaube, ich wurde kaum geſehen, als ich die Pfaͤnder des Kampfs austauſchte, und in einem Augenblick zuruͤckkehrte.„Gut gemacht, mein Maͤd⸗ chen,“ ſagte mein Oheim, an deſſen Seite ich mich wieder fand, umgeben, wie zuvor, durch die Menge der Umſtehenden.„Deckt unſern Ruckzug, meine Herrn,“ ſagte er leiſe zu den Umſtehenden.
Raum wurde vor uns tgelaßen, bis wir der Mauer uns nahten, und wieder inl die dunkeln Gaͤnge kamen,


