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geerbten Eifer fr das Haus Stuart einen tiefen und faſt perſoͤnlichen Haß gegen die jetzige regierende Fa⸗ milie beigemiſcht. Mit einem Wort, er iſt ein poli⸗ tiſcher Schwaͤrmer von hoͤchſt gefaͤhrlicher Art, und geht bei ſeinen Unternehmungen mit einer Zuverſicht zu Werke, als haͤtte er das Gefuhl, er ſey der Atlas, der allein im Stande ſey, eine ſinkende Sache aufrecht zu erhalten.“
„Und wo oder wie, meine Lilias, habt denn Ihr, da Ihr gewiß unter ſeiner Leitung erzogen wurdet, uͤber ſolche Gegenſtaͤnde verſchieden von ihm denken lernen?“
„Durch einen ſonderbaren Zufall,“ erwiederte Li⸗ lias,„in dem Nonnenkloſter, wo mich mein Oheim hinbrachte. Obgleich die Aebtiſſin ganz eine Dame nach ſeinem Herzen war, ſo fiel doch meine Erziehung als einer Koſtgaͤngerin einer vortrefflichen Alten zu⸗ welche die Grundſaͤtze der Janſeniſten angenommen hatte, vielleicht mit großerer Hinneigung zu den Leh⸗ ren der Reformirten, als der Katholiken. Die ge⸗ heimnißvolle Weiſe, mit der ſie mir dieſe Lehre bei⸗ prachte, gaben ihnen bey meiner Jugend einen noch groͤßeren Reiz, und ich ergriff ſie um ſo lieber, je mehr ſie mit den Lehren der Aebtiſſin, die ich wegen ihrer Strenge haßte, in geradem Widerſpruche ſtan⸗ den; ich fuͤhlte ein kindiſches Vergnugen, ihrer Auf⸗ merkſamkeit zu ſpotten, und in meinem Innern ſelbſt allem dem zu widerſprechen, was ich öffentlich mit


