127 den, als er betroffen wurde, durch das Verſchwinden ſo manches Traums, dergleichen er am hellen Tage waͤh⸗ rend der Zeit, wo der Grunmantel der Gegenſtand ſei⸗ ner Verehrung geweſen war, ausgebildet hatte. Er war ſchun von ſeinem romantiſchen Pegaſus herabgeworfen worden, und war glücklich genüg, ſich ſelbſt mit unzer⸗ brochenen Beinen zu finden, obwohl er auf dem Boden lag. Er war überdieß bei allen ſeinen Grillen und Thor⸗ heiten ein edelmüthiger, gutherziger Jüngling, und freute ſich, eine ſo ſchoͤne und liebenswürdige Verwandte entdeckt zu haben, und ihr in den wärmſten Ausdruͤcken ſeine innigſte Zuneigung und in Zutuntt ſeinen Schutz zu verſich ild ſie aus ihrer jetzigen Lage befreit ſeyn wuden.
nf heln und Shraͤnen miſchten ſch auf Lilias Wangen, wie Regenguͤſſe und Sountnſchein beim Aprilwetter.
„Fern ſeh es von mir,“ ſagte ſie,„daß ich ſo kindiſch ſeyn ſollte, mich über das zu beklagen, was mich ſo wahrhaft glücklich macht! denn, Gott weiß, Familien⸗ liebe iſt es, nach der mein Herz am laͤngſten ſich geſehnt hat, und der ich am fremdeſten geblieben bin. Mein Dheim ſagt, daß Ihr, Darſte und ich nur halbe Red⸗ gauntlets ſeyen, und daß das Metall, woraus unſres Va⸗ ters Familie geformt worden waͤre, in den Kindern unſrer Mutter bis zum wetbiſchen Weſen weich geworben ſey.“
„Ach,“ ſagte Darſie,„ich weiß ſo wenig von unſerer Familiengeſchichte, daß ich faſt zweifelte, zum Hauſe Red⸗ gauntlet zu gehören, ob mich gleich bas Oberhaupt der Familie ſelbſt es ziemlich deutlich hat ahnen laſſen.“
„Das Pberhaupt der Familie!“ ſagte Lilias, „Ihr muͤßt in der That ſehr wenig von Eurer eigenen Pbkunft wiſſen, wenn Ihr meinen Dheim damit meint⸗ Ihr ſelbſt, mein theurer Darſie, ſeyd der Erbe und Repraͤſentant unſres alten Hauſes, denn unſer Vater war der aͤltere Bruder, jener tapfere und unglückliche Sir Henry Darſie Redgauntlet, welcher im Jahre 1746 zu Carlisle hingerichtet wurde. Er verband den Na⸗ men Darſie mit dem ſeinigen von unſerer Mutter, der Erbin einer cumberlaͤndiſchen Familie von großem Ver⸗


