Teil eines Werkes 
3. Band (1822)
Entstehung
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Dreizehntes Kapitel.

So wie in andern irdiſchen Dingen, wechſelt

die Mode auch in Novellen, wie die vorliegende. Es gab eine Zeit, wo der Novelliſt ſeine Geſchichte durch eine umſtaͤndliche Beſchreibung der Hochzeit und der Auswerfung des Strumpfbandes, als der großen Cataſtrophe, wohin er ſeinen Helden und ſeine Hel⸗ din durch ſo manche zweifelhafte und ſchwierige Um⸗ ſtaͤnde am Ende gluͤcklich geleitet hatte, aufzuwin⸗ den verpflichtet war. Kein Umſtand ward ausge⸗ laſſen, vom Liebesdrange des Brautigams und dem ſchamhaften Erroͤthen der Braut, bis zu des Prie⸗ ſters neuem Ornate, und dem ſeidnen Mantel der Brautjungfer herab. Allein ſolche Beſchreibungen werden in unſern Tagen beſeitigt; und zwar, wie ich vermuthe, aus dem nämlichen Grunde, weshalb öf⸗ fentliche Einſegnungen nicht mehr uͤblich ſind, und weshalb die Neuvermaͤhlten, anſtatt ihre Freunde zum ſeſtlichen Mahle und Tanze zuſammen zu bitten, in der Abgeſchiedenheit einer Poſtchaiſe ſo heimlich davon eilen, als ob ſie die Abſicht haͤtten, nach Grotna⸗Green*) zu reiſen, oder etwas noch ſchlim⸗

* Ein ſchottiſcher Grenzort, ſeit langer Zeit berüchtigt als Zu⸗ fucchtsort für entfü,rte Ehecandidatinnen und ihre Entfüh⸗