269 ſelten der ſchaͤndlichſten Mordſcenen iſt.“ Mit die⸗ ſen Worten verließ ſie das Zimmer.
Es lag in vem abſchreckenden Benehmen dieſes Frauenzimmers gegen Nigeln etwas Verachtungvol⸗ les, dem er trot ſeiner Duͤrſtigkeit nie perſoͤnlich aus⸗ geſetzt geweſen war, und welches daher ein vor⸗ uͤbergehendes, peinliches Beftemden bei ihm erweckte. Auch klangen die duͤſtern Winke/ welche Martha, in Hinſicht der Gefahren dieſes Zufluchtsorts hinwarf, keinesweges angenehm in ſeinen Ohren. Der herz⸗ hafteſte Mann, umgeben von verdaͤchtigen Perſonen, entbehrend alles Rathes und Beiſtandes, beſchraͤnkt auf ſeinen Muth und die Kraft ſeines Arms, fuͤhlt einen gewiſſen Grad von Kleinmuth, ein Bewußt⸗ ſeyn ſeines verlaßnen Zuſtandes⸗ welches auf einen Augenblick ſein Blut durchſchauert, und ſeine natuͤr⸗ liche Entſchloſſenheit ſchwaͤcht.
Wenn aber traurige Betrachtungen in Nigels Gemuͤth ſich erhoben, ſo hatte er nicht Zeit, ihnen nachzuhaͤngen; und war gleich wenig Ausſicht vor⸗ handen, in Alſatien Freunde zu finden⸗ ſo hatte es keinesweges den Anſchein, daß es ihm an Beſuchen fehlen werde.
Denn kaum war er zehn Minuten lang in ſei⸗ nem Zimmer auf⸗ und abgegangen und verſuchte, ſeine Ideen uͤber den beim Abzuge aus Alſatien ein⸗ zuſchlagenden Weg zu ordnen, ſo ward er unterbro⸗


