60
Se. Majeſtät den Richard aus Achtung für Gw.
Gnaden Sendſchreiben zurückbehalten, um ihm eine
paſſende Antwort mitzugeben.“
Frau Relly brachte hier ohne es zu wiſſen einen wirkſameren Troſtgrund vor, als die bisherigen; denn der junge Lord hegte ſelbſt einige entfernte Hoff⸗ nung, ſein Bote koͤnnte bei Hofe aufgehalten ſeyn, bis man eine angemeſſene, vielleicht guͤnſtige Ant⸗ wort ausgefertiget habe. Doch uͤberzeugte er ſich„ſo unerfahren er auch in öffentlichen Geſchäſten war, bei einigem Nachdenken, von der Unwahrſcheinlich⸗ keit der Epfüllung einer mit der Hofetikette und den gewoͤhnlichen Verzögerungen der Beſcheide auf Geſu⸗ che bei Hofe unvereinbaren Erwartung und erwiederte daher ſeufzend ſeiner gutmuͤthigen Wirthin: er zweif⸗ le, der Koͤnig werde die an ihn gerichtete Schrift auch nur einſehen, geſchweige denn, ſie in augenblickliche Erwaͤhnung ziehen.,
„Nun, edler Herr, ſeyd doch nicht ſo kleinmü⸗ thig,“ entgegnete die gute Frau;„warum ſollte der Konig nicht das naͤmliche fur uns thun, was unſte Koͤnigin Eliſabeth that? Biele Leute ſagen dies und jenes uͤber eine Königin und einen Koͤnig; aber ich glaube, ein Koͤnig paßt ſich beſſer fuͤr uns Englaͤn⸗ der; und unſer jetziger guter Herr fährt eben ſo oft, als unſre vorige Koͤnigin, zu Waſer nach Green⸗ wich, hat eben ſo viele Bootsleute und Schiffer aller


