5 90 ſterem Tone, folget meinem Rathe, und nehmet die Waͤringer ſo wie ſie ſind. Denn glaubt mir auf mein Wort, wenn ihr ihnen beibringen könntet, Beſchul⸗ digungen zu dulden, ſich Lügen ſtrafen zu laſſen und Schlaͤge hinzunehmen, ſo würdet ihr, wenn ihr ſie alſo gezogen hättet, bald erfahren, daß ſie kaum die Ration Salz werth waͤren, welche ſie taͤglich Seiner Heiligkeit koſten, wenn das ſein Titel iſt. Außerdem muß ich
euch, tapferer Herr, erklaͤren, daß die Wäringer ihrem
Anführer nicht großen Dank wiſſen würden, wenn er ſie heimliche Plünderer, Trunkenbolde und ich weiß nicht was ſchimpfen hörte, und nicht dieſe Anklage im Au⸗ genblicke zurückwieſe.
Wenn ich nicht die ſchlimme Laune meiner Bar⸗ baren kennte, ſprach Tatius in ſich hinein, ſo würde ich einen Streit mit dieſen unbaͤndigen Inſulanern an⸗ fangen, welche der Kaiſer ſo leicht dem Joche der Kriegszucht unterwerfen zu können glanbte. Doch werde ich das bald ins Reine bringen.— Demzufolge redete er den Sachſen in einem ſanften Tone an:
Mein treuer Soldat, ſagte er zu ihm, wir Rö⸗ mer machen uns einen gleichen Ruhm daraus, nach dem Beiſpiel unſerer Vorfahren die Wahrheit zu ſagen, wie ihr es für rühmlich haltet, euch über eine Lügenſtrafung zu raͤchen. Ich konnte den Nikanor mit Ehren darüber nicht anklagen, weil ſeine Ausſage im Grunde wahr war.
Wie! daß wir Wäringer Plünderer, Trunken⸗
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