88 tet. Mein guter Soldat, du haſt dich durch die Prahlereien der Franken, von denen wir mit jedem Tage mehr ſprechen hoͤren, verderben laſſen.
Es wuͤrde mir ſehr leid thun, wenn ich etwas von Denjenigen, welche ihr Franken nennet, und die bei uns Normaͤnner heißen, entlehnt haͤtte, ant⸗ wortete der Waͤringer mit unmuthiger Miene und mürriſchem Tone. 2
So höre mich doch, ſagte ihm der Offizier, wäh⸗ rend ſie ihren Weg fortſetzten. Höre die Beweg⸗ gründe meines Verfahrens, und bedenke, ob eine Ge⸗ wohnheit wie das Duell in einem gebildeten, aufge⸗ plärten Lande, und was noch viel mehr iſt, in einem Lande Statt finden kaun, welches das unbeſchreibliche Glück genießt, unter der Herrſchaft eines ſo ſeltenen Fürſten wie Alexius Comnenus zu ſtehen. Zwei Große des Reiches, zwei Großoffiziere haben am Hofe einen Streit in Gegenwart der verehrten Perſon des Kaiſers. Der Zweck betrifft eine Thatſache. Nimm an, auſtatt daß Jeder ſeine Meinung durch Thatſa⸗ chen und Vernunftgründe unterſtützt, bedienen ſie ſich der Gewoynheit dieſer barbariſchen Franken.— Du lügſt in deinen Hals hinein, ſagte der Eine.— Und du bis in deine Lunge, entgegnete der Andere.— Und ſie wollen ſich auf der nächſten Aue in Turnierſchranken bekämpfen. Ein Jeder von ihnen ſchwört, er vertheidige die gute Sache, obwohl wahrſcheinlich Beide nicht genau die Thatſachen kennen. Der Eine davon, vielleicht der


