Teil eines Werkes 
3. Band (1822)
Entstehung
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Koͤnnen Sie ſchlafen? Wollen Sie ſchla⸗ fen? Wagen Sie zu ſchlafen? waren die Fra⸗ gen, die in ſein Ohr mit derſelben hellen, weichen und melodioͤſen Stimme drangen, welche ihn in der vorigen Nacht angeredet hatte.

Wer iſt's, der mich ſo fragt? antwortete Ju⸗ lian.Aber ſei der Fragende gut oder boͤs, ich er⸗ wiedere, daß ich ein ſchuldloſer Gefangener bin, und daß Unſchuld ruhig zu ſchlafen wuͤnſchen kann und darf. 15

Thue keine Fragen an mich, ſagte die Stim⸗ me;verſuche auch nicht, zu entdecken, wer mit dir ſpricht; und ſei verſichert, daß Thorheit allein ſchla⸗ fen kann, mit Betrug umher und Gefahr vor ſich.

Kannſt du, der du mir von Gefahren ſagſt, mir rathen, wie ich ſie bekaͤmpfe oder vermeide? ſagte Julian.

Meine Macht iſt beſchraͤnkt, ſagte die Stim⸗ me;doch Etwas kann ich thun, wie ein Johannis⸗ wuͤrmchen einen Abgrund zeigen kann. Aber du mußt mir vertrauen.

Vertrauen muß Vertrauen erzeugen, antwor⸗ tete Julian.Ich kann kein Zutrauen in das oder in den ſetzen, was und wen ich nicht kenne.