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„Ja. Als er in Bedraͤngniß und ich im Wohl⸗ ſtande war, war ich weder abgeneigt, noch ganz un⸗ faͤhig, mich als ſolchen zu beweiſen. Wohl, das Blatt hat ſich gewendet— die Zeiten haben ſich geaͤndert. Ein friedliebender und Niemand beleidi⸗ gender Mann haͤtte von einem nunmehr maͤchtig gewordenen Nachbar einen ſolchen Schutz bei ſeinem Wandeln auf dem Wege des Rechts erwarten koͤn⸗ nen, als alle Unterthanen deſſelben Reichs ſelbſt von Fremden zu erwarten berechtigt ſind. Was geſchieht aber? Ich verfolge, mit der Vollmacht des Koͤnigs und des Geſetzes, eine Moͤrderin, die an ihrer Hand das Blut meines nahen Verwandten traͤgt, und ich hatte in ſolchem Falle ein Recht, jeden Lehnsherrn zum Beiſtande in der Vollziehung aufzurufen. Mein ehemaliger freundlicher Nachbar, verbunden als Menſch und als obrigkeitliche Perſon, zu einer recht⸗ lichen Handlung bereitwillig Beiſtand zu leiſten— verbunden als ein dankbarer und verpflichteter Freund, meine Rechte und meine Perſon zu achten — wirft ſich zwiſchen mich— mich, den Naͤcher des Bluts— und meine geſetzliche Gefangene; ſchlaͤgt mich zu Boden, indem er zugleich mein Leben gefaͤhrdet, und in blos menſchlichen Augen meine Ehre befleckt; und unter dieſem Schutz erreicht das Midianitiſche Weib, gleich einem Seeadler, das


