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Zwoͤlftes Kapitel. „Die wahre Liebe fand nie einen eb'nen Pfad“ zc.
Die beruͤhmte Stelle, welche wir dieſem Kapitel vorſetzen, hat, wie die meiſten Bemerkungen deſſel⸗ ben Schriftſtellers, ihren Grund in wirklicher Er⸗ fahrung. Die Periode, in welcher die Liebe am ſtaͤrkſten empfunden wird, iſt ſelten jene, in welcher viel Ausſicht Statt findet, ſie zu einem gluͤcklichen Ausgange zu bringen. Der FZuſtand der kuͤnſtlichen Geſellſchaft, ſetzt fruͤhen Heirathen viele verwickelte Hinderniſſe entgegen; und die Moͤglickeit iſt ſehr groß, daß ſolche Hinderniſſe ſich unuͤberwindlich zei⸗ gen. Endlich gibt es wenig Menſchen, welche nicht insgeheim auf eine gewiſſe Periode ihrer Jugend zu⸗ ruͤckblicken, in welcher aufrichtige und fruͤhe Zunei⸗ gung verſchmaͤht oder verrathen wurde, oder unter widrigen Umſtaͤnden im Keime erſtickte. Es ſind dieſe kleinen Stellen der geheimen Geſchichte, wel⸗ che einen Anſtrich des Romantiſchen in jedem Buſen zuruͤcklaſſen, und, ſelbſt in der geſchaͤftvolleſten oder am weiteſten vorgeruͤckten Periode des Lebens, uns kaum erlauben, einer Erzaͤhlung von wahrer Liehe mit gaͤnzlicher Gleichguͤltigkeit zuzuhoͤren.


