254—
verrieth, und welche ſich eine Fuͤnfunoͤdreißigerin nannte, und, wenn ſie wollte, mit gutem Fug ſich zwoͤlf oder funfzehn Jahre aͤlter nennen konnte.
Julian mußte alle ihre langweiligen und be— ſchwerlichen Manieren aushalten, und mit Geduld warten, bis ſie ſich herausgeputzt, ihr Kopfzeug vor⸗ und ruͤckwaͤrts gezogen, an ein kleines Riech⸗ flaͤſchchen gerochen, die Augen, wie ein ſterbender Vo⸗ gel, geſchloſſen, und, wie eine Ente bei Gewittern, emporgerichtet hatte; und nachdem ſie endlich ihre Runde von Minauderieen erſchoͤpft hatte, geruhte ſie, die Unterredung zu eroͤffnen.„Dieſe Gaͤnge werden noch mein Tod ſeyn,“ ſagte ſie;„und Alles um Ihretwillen, junger Herr; denn wenn Frau Chriſtian erfahren ſollte, daß Sie ihre Nichte zu be⸗ ſuchen belieben, ſo verſichere ich Ihnen, die junge Alexie wuͤrde bald genoͤthigt ſeyn, ein anderes Quar⸗ tier zu finden, und ſo ich auch.“
„Nur ruhig und wohlgemuth, gute Deborah,“ ſagte Julian.„Bedenken Sie nur, ruͤhrt nicht dieſe unſre ganze Vertraulichkeit von Ihnen her? Machten Sie ſich nicht ſelbſt mir das erſte Mal be⸗ kannt, als ich mit meiner Angelruthe uͤber dieß Thal wandelte, und ſagten mir, daß Sie meine ehemae lige Waͤrterin waͤren, und daß Alexie meine kleine Geſpielin geweſen? Und was konnte natuͤrlicher


