Teil eines Werkes 
17. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 3. Bändchen (1826)
Entstehung
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Hekrn Richters Feinde im Stadt⸗Rath pflegten die Be⸗ merkung zu machen, daß er manche kuͤdne Rede ge⸗ gen den Praͤtendenten und fuͤr Koͤnig Georg und die Regierung gehalten habe, wovon er hinter ſeinen Gar⸗ dinen keine Sylbe vorzubringen gewagt haben wuͤrde; auch habe hie und da ſeiner Frau vorherrſchender Ein⸗ fiuß ihn bewogen, etwas zu thun oder zu unterlaſſen, was mit den allgemeinen Betheurungen ſeines Eifers fuͤr die Revolntions⸗Grundaͤtze gar nicht uͤberein⸗ ſtimmte. Das hatte in einer Hinſicht ſeine Richtig⸗ keit, auf der andern Seite war es aber nicht weniger gewiß, daß Miſtriß Crosbie aͤußerlich durchaus die ge⸗ ſetzmaͤßige Macht und rechtliche Obergewalt ihres Ehe⸗ herrn anerkannte, und wenn ſie auch in der That denſelben nicht achtete, ſo ſchien ſie es doch zu thun.

Dieſe ſtattliche Dame empfieng den Mr. Marx⸗ well, wie begreiflich, als Vetter mit Herzlichkeit und Herrn Fairford mit Hoͤflichkeit; zugleich beantwortete ſte die hausherrlichen Klagen des Herrn Richters reſpekts⸗ voll damit, daß ſie ſagte, das Eſſen werde im Augen⸗ blick aufgetragen.Aber ſeit Ihr den armen Mar Alpin, der die Stadtuhr ſonſt zu beſorgen pflegte, abgeſetzt habt, mein Lieber, iſt ſie keinen Tag mehr richtig gegangen.

Peter Mac Alpin, meine Liebe, ſagte der Rich⸗ ter, machte ſich fuͤr einen Mann im Amte zuviel zu thun, trank Geſundheiten u. ſ. w., die ein Mann ſchicklicher Weiſe nicht trinken ſollte, am wenigſten aber einer, der im oͤffentlichen Dienſte ſteht. Ich hoͤre, daß er das Glockenſpiel in Edinburgh auch ver⸗ loren hat, weil er am 10. Juni die Melodie ſpielen ließ: Ueber's Waſſer zu Carl! das iſt ein ſchwarzes Schaf, und verdient keine Aufmunterung.

Die Melodie iſt doch ſo ſchlecht nicht, ſagte Sum⸗ mertrees, wandte ſich ans Fenſter, und ſummte bald, halb pfiff er die genannte Melodie, dann ſang er den letzten Vers laut: