81
der in der guten Stadt Edinburgh erzogen iſt. Was mich betrifft, ſo will ich keine unnoͤthige Haͤrte gegen Euch ausuͤben, ſondern im Gegentheil Euch die Reiſe ſo leicht machen, als ſich mit Eurer ſichern Bewahrung vertraͤgt. Fuͤhlt Ihr Euch ſtark genug zu reiten, oder zieht Ihr einen Wagen vor? Die erſtere Art zu reißen, paßt deſſer fuͤr die Gegend, die wir durchziehen, aber Ihr habt die Freiheit zu waͤhlen.“
Ich ſagte: ich fuͤhlte meine Kraft allmaͤhlig zu⸗ ruͤckkehren und ich zoͤge das Reiten weir vor. Ein Wagen, ſezte ich hinzu, iſt ſo enge———⸗
„Und ſo leicht bewacht,“ erwiederte Herries mit einem Blick, als wollte er meine innerſten Gedanken durchſchauen,„daß Ihr zweifels ohne das Reiten fuͤr paſſender zur Flucht haltet.“
„Meine Gedanken gehoͤren mir,“ antwortete ich, „und wenn Ihr auch meine Perſon gefangen haltet, dieſe ſtehen nicht unter Eurer Gewalt.“
„H! ich kann das Buch leſen,“ ſagte er,„ohne es zu oͤffnen; ich mochte Euch aber rathen, keinen un⸗ beſonnenen Verſuch zu machen, und es wird meine Sorge ſeyn, darauf zu ſehen, daß Ihr keinen Ver⸗ ſuch zu machen im Stande ſeyd, der gelingen koͤnnte. Linnen und andere Behuͤrfniſſe in Euren Umſtaͤnden ſout Ihr hinreichend bekommen. Chriſtal Niron ſoll Euer Bedienter, ich moͤchte lieber ſagen, Eure Kam⸗ merfrau ſeyn. Ener Reiſekleid wird euch vielleicht ſonderbar vorkommen, wenn Ihr aber der fuͤr Euch beſtimmten Gegenſtaͤnde Euch nicht bedienen wollt, ſo wird die Reiſe fuͤr Enre Perſon eben ſo unangenehm werden, als die, welche Euch hieher gefuͤhrt hat. Adien, wir kennen jetzt einander beſſer, als vorber, und es
wird nicht mein Fehler ſeyn, weun unſre genauere Bekanntſchaft nicht gegenſeitig eine guͤnſtigere Mei⸗ nung zur Folge hat.“
Er uberließ mich hierauf, nachdem er mir artig gute Nacht gewuͤnſcht, meinen eigenen o hadfen, und
W. Scott's Werke. XVII.


