80
„Ach,“ ſagte ich,„das verdoppelt mein Ungluͤck, daß ich die unfreimillige Urſache des Ungluͤcks eines redlichen und freundſchaftlichen Mannes geworden bin.“
„Macht Euch daruͤder keinen Kummer,“ ſagte Her⸗ ries,„der ehrliche Joſua iſt einer von denen, welche lange Gebete machen, ſich aber nichts deſtoweniger der Wittwen Haͤuſer bemaͤchtigen können, er wird bald ſeinen Verluſt erſetzen. Wenn er irgend einen Ver⸗ luſt erleidet, er und die andern Frommen, ſo ſchrei⸗ hen ſie es dem Himmel als eine Schuld an, und uͤben ohne Gewiſſenbiſſe üͤbertuͤnchte Schurkerepen aus, bis ſie die Wange ins Gleichgewicht bringen, oder auf ihre Seite hinneigen. Genug davon fuͤr jetzt, ich muß augenblicklich meinen Aufenthalt veraͤndern, denn ob ich gleich von dem uͤbermaͤßigen Eifer des Herrn Frie⸗ densrichter Forley oder ſeines Schreibers nicht be⸗ fuͤrchte, daß er ſie zum aͤußerſten hinreißt, ſo möchte doch dieſes tollen Burſchen ungluͤckliches Wiedererken⸗ nen meiner Yerſon es ihnen bedenklicher machen, Nach⸗ ſicht gegen mich zu uͤben, und ich darf ihre Gebuld auf keine zu harte Probe ſtellen. Bereitet Euch daher mich als Gefangener oder als Gefaͤhrte zu begleiten; wenn als das Letztere, ſo muͤßt Ihr Euer Ehrenwort geben, keinen Verſuch zur Flucht zu machen. Soll⸗
tet Ihr den ſchlimmen Einfall bekommen, Euer ein⸗
mal verpfaͤndetes Wort zu hrechen, ſo ſeyd verſichert, das ich Euch ohne das geringſte Bedenken auf der Stelle todt niederſtrecke.“ 3 „Jch kenne Eure Plaͤne und Abſichten nicht, und Lann ſie nur fuͤr gefaͤhrlich halten. Ich bin nicht ge⸗ ſonnen, meine jetzige Lage durch einen unnuͤtzen Wi⸗ derſtand gegen die uͤberlegene Gewalt zu erſchweren; ich will aber auch nicht auf das Recht verzichten, meine agtuͤrliche Freiheit zu behaupten, ſo bald ſich eine guͤnſtige Gelegenheit oͤffnet. Ich will daher lieber Euer Sefangener, als Euer Bundesgenoße ſeyn.“ „Das iſt freymuͤthig gelprochen,“ ſagte er, und doch nicht ohne die liſtige Vorſicht eines Manſchen- 1 er
—-——
——


