78 Wahrheit zu verſichern, und darum ging ich nach Edinburgh. Ich hoffte Mr. Fairford zu uͤberreden, in meine Anſichten einzugehen; ich fand ihn aber zu ſehr von Vorurtheilen eingenommen, als daß ich ihm haͤtte Zutrauen ſchenken koͤnnen. Er iſt ein erbaͤrm⸗ licher und furchtſamer Sclave der gegenwaͤrtigen Re⸗ gierung, unter welcher unſer ungluͤckliches Vaterland auf eine ſo ſchimpfliche Weiſe in Knechtſchaft gekom⸗ men iſt, und es wuͤrbe voͤllig unpaſſend und unſicher geweſen ſeyn, ihm das Geheimniß meines Rechts an⸗ uverkrauen, Eure Hanolungen zu lenten, oder ihm die Yrt, wie ich es zu gebrauchen gedenke, zu enthul⸗ en.
Ich war entſchloſſen, dieſe mittheilende Stimmung zu benutzen, und wo moͤglich mehr Licht uͤber ſein Vorhaben zu erhalten. Er ſchien im Punkte der Ehre hhr empfindlich, und ſch entſchloß mich, dieſe Empfind⸗ ichkeit ſo viel wie moͤglich, aber mit Vorſicht zu be⸗ nuten.„Ihr ſagt, erwiederte ich, daß Jor hinter⸗ liſtigen Kniffen nicht hold ſeyd, und die Mittel miß⸗ billiget, die Ener Diener angewandt hat, um ſich Kenntniß von meinem Namen und meinen Verbaͤlt⸗
niſſen zu verſchaffen. Iſt es ehrenooll, daß Ihr Euich einer auf ſo unehrliche Weiſe erworbenen Kenntniß bedient?.
„Kuͤhn gefragt;“ erwiederte er,„aber in den geboͤrigen Schranken mißfaͤllt mir dieſe Kuͤhnheit kei⸗ neswegs. Ihr habt in dieſer kurzen Unterhaltung mehe Charakter und Energie entwickelt, als ich von Euch erwartete. Ich hoffe, Ihr gleicht einer Wald⸗ püanze, welche durch einen Zufall in ein Gewaͤchshaus gebracht worden, und dadurch zart und ſchwaͤchlich wurde, die aber ihre natuͤrliche Kraft und Staͤrke wiedererhaͤlt, wenn ſie eine Zeitlang der Winterluft ausgeſetzt wird. Ich will Eure Fragen geradezu beant⸗ worten. In Geſchaͤften, wie im Kriege, ſind Spio⸗ nen und Kundſchafter norhwendige Uebel, die von allen rechtſchallenen Menſchen verabſcheut, aber von allen Klu⸗
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