Teil eines Werkes 
17. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 3. Bändchen (1826)
Entstehung
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ſeinem Kerker zu bleiben. Doch ſitze ich hier Tag für Tag, und wage nicht den geringſten Verſuch um mei⸗ ne Befreiung zu bewerkſtelligen.

Aber die Quelle meiner Unthätigkeit entſpringt nicht in der Erſchlaffung meines Geiſtes, ſondern in Gefühlen ganz anderer Art. Meine Lebensgeſchichte,

die lange Zeit in ein tiefes Geheimniß gehüllt war,

ſcheint nun auf dem Punkt zu ſtehen, wo der Schleyer fallen wud; ein inneres Gefühl gebietet mir den Lauf der Begebenheiten abzuwarten, wogegen zu kaͤmpfen, meine ſchwachen Kräſte dem Willen des Schickſals ent⸗ gegenſtemmen hieß. Du, mein Alan, wirſt dieſe dul⸗ dende Ruhe für Feigheit anſehn, die mich wie eine entmannende Betäubung überfallen hätte; denkſt Du gLber an die Erſcheinung, die mein Krankenbett um⸗ ſchwebte, vermutheſt Du wie ich, daß ich in der Nä⸗ he, ja vielleicht unter einem Dache mit dem G. M. bin, dann wirſt Du einſehn, daß ein Gefuͤhl, das ſehr verſchieden von Muthloſigkeit iſt, mich dazu bewegt, mich gewiſſermaßen mit meinem Schickſal auszuſöhnen. Doch geſtehe ich ein, daß es unmaͤnnlich iſt, mich geduldig einer gewaltthatigen Gefangenſchaft zu unter⸗ werfen. Mein Herz empört ſich dagegen, beſonders wenn ich mich niederſetze, um in meinem Tagebuche mein Leiden zu erzählen; ich bin entſchloſſen den er⸗ ſten Schritt zu meiner Befreiung zu thun, und wo möglich einen Brief auf die Poſt legen zu laſſen.

Ich bin getäuſcht. Als das Mädchen Dorcas, das ich mir zum Boten auserſehn hatte, von der Beſor⸗ gung eines Briefes hörte, bot ſie mir willig ihre Dienſte an, und empfing den Kronenihaler, den ich ihr gab(denn meine Börſe war mit meinem inhalts⸗ ſchwereren Taſchenbuch nicht entſlohn) mit einem Lä⸗ cheln, das die ganze Reihe ihrer weißen Zähne zeigte⸗ Als ich ſie aber, um einige Auftlärungen über meinen gegenwärtigen Aufenthaltsort zu erlangen frug, nach welcher Poſtſtation ſie meinen Brieſ tragen oder

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