Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

127

kuͤnftighin nie meinen Arm aufheben wollen, um Ungerechtigkeiten zu verhindern oder zu raͤchen⸗ Kann ich aber mit ruhigen Gruͤnden und mit feſtem Betragen dieſe rohen Menſchen davon abhalten, ein Verbrechen zu begehn, kann ich damit mein und anderer Leute Ei⸗ genthum vor Schaden huͤten, ſo erfüͤlle ich nur Men⸗ ſchen⸗ und Chriſten⸗ Pflicht. Bei dieſen Worten befahl er, ſein Pferd augenblicklich vorzuführen; die Schweſter verſtummte, faltete die Haͤnde auf den Bu⸗ ſen und blickte gen Himmel mit gottergebenen, aber kummervollen Blicken.

Dieſe Umſtaͤnde moͤgen unbedeutend ſcheinen; aber in meiner gegenwaͤrtigen Lage iſt es beſſer, wenn ich meine Seelenkraͤfte an die Erinnerung, an die Ver⸗ gangenheit feßle, als wenn ich ſie in dem großen, wei⸗ ten Felde der Vermuthungen herumſtreifen laſſe, was wohl die Zukunft bringen mag.

Es haͤtte ſich nicht wohl von mir Leſchickt⸗ in dem Hauſs zuruͤckzubleiben, von dem der C Eigenthümer ploͤtz⸗ ich abgerufen wurde; ich bat daher um die Erlaubniß, ihn nach der Fiſcherei begleiten zu duͤrfen, und verſi⸗ cherte ſeine Schweſter, daß ich fuͤr ſeine Sicherheit buͤrgen wolle.

Der Vorſchlag ſchien Miß Geddes ſehr zu er⸗ freuen.Gib es zu, Bruder, ſagte ſie;gewaͤhre dem jungen Manne den Wunſch ſeines Herzens, da⸗ mit doch ein getreuer Zeuge Dir beiſteht in der Stunde der Noth, der berichten kann, wie es Dir gehn wird.

Nein, Rahel, verſetzte der ehrenwerthe Mann, Du biſt zu tadeln, daß Du, um Deine Aengſtlich⸗ keit um mich zu beruhigen, dieſen Juͤngling, unſeren Gaſt, einer Gefahr ausſetzen willſt, wenn allenfalls Gefahr vorhanden iſt; denn ohne Zweifel wird ein Un⸗ gluͤck, das ihm zuſtoͤßt, eben ſo viele Herzen in Trauer verſetzen, als wenn es uns betraͤfe.

Nein, mein guter Freund, ſagte ich, indem

ich ſeine Hand ergriff,ich bin nicht ſo glücklich, als