Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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Kaum hatte er das Wort geſprochen, da ward es ploͤtzlich ganz finſter und er fiel mit einem ſo hef⸗ tigen Schlag zu Boden, daß er Athem und Bewußt⸗ ſeyn verlor.

Wie lange Steenie da gelegen ſeyn mochte, das konnte er nicht ſagen; als er aber wieder zu ſich kam, da lag er auf dem Kirchhof von Redgauntlet, gerade am Eingange der Familiengruft, das Wappen des al⸗ ten Ritters, Sir Robert, hing uͤber ſeinem Haupte. Ein ſchwerer Morgennebel lag auf dem Graſe und auf den Grabſteinen rings umher, ſein Pferd aber wei⸗ dete ganz ruhig neben den beiden Kuͤhen des Pfarrers. Steenie haͤtte alles fuͤr einen Traum gehalten, aber er hielt die Quittung in der Hand, ſchoͤn geſchrieben und unterzeichnet von der eigenen Hand des Lairds, bloß die letzten Buchſtaben der Unterſchrift waren et⸗ was unleſerlich, wie wenn den Schreiber ein ploͤtzli⸗ cher Schmerz erfaßt haͤtte.

Innerlich von heftiger Unruhe bewegt, verließ er den ſchaurigen Ort, ritt im Morgennebel dem Schloſſe Redgauntlet zu, und bekam endlich mit vieler Muͤhe den Laird zu ſprechen..

„Nun, ſpitzbuͤbiſcher Schuldner,“ waren ſeine erſten Worte,„habt Ihr mir den Zins gebracht?“

„Nein,“ antwortete mein Großbater,„das nicht; aber ich bringe Ew. Gnaden Sir Roberts Quittung daruͤber.⸗

„Was. Herr?— Sir Roberts Quittung!— habt Ihr mir nicht geſagt, Ihr haͤttet keine empfangen?“

„Wollen Ew. Gnaden nicht ſehen, ob es mit die⸗ ſer kleinen Schrift ſeine Richtigkeit hat?“

Sir John betrachtete jede Zeile, jeden Buchſta⸗ ben mit der groͤßten Aufmerkſamkeit; zuletzt aber das Datum, das mein Großvater nicht bemerkt hatte: „Von dem mir angewieſenen Orte,“ las er, „den fuͤnf und zwanzigſten November.“— Was!— das war ja geſtern!— Elender, Du mußt deßwegen in der Hoͤlle geweſen ſeyn!“