Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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39 das Geld iſt, ſo bitte ich Euch hiermit hoͤflichſt, dem Gaukelſpiel ein Ende zu machen; denn Stephen, Ihr muͤßt entweder zahlen, oder auswandern.“ 3 1„Gott vergeb' Euch Eure Meinung,“ ſagte Stee⸗ nie, dem nun der Verſtand ſtill ſtand.—„Ich bin ein ehrlicher Mann.“ 1

„Auch ich bin es, Stephen,“ ſagte Se. Gnaden; „und hoffentlich auch alle Leute in meinem Hauſe. Aber wenn ein Schurke unter uns iſt, ſo muß es noth⸗ wendiger Weiſe der ſeyn, der eine Geſchichte erzaͤhlt, die er nicht beweiſen kann“ Er ſchw eg einen Augen⸗ blick und ſetzte dann ernſter hinzu:„Wenn ich Euere Streiche recht verſtehe, Stephen, ſo wollt Ihr von einigen boshaften Geruͤchten uͤber die Angelegenheiten meiner Familie, und beſonders von dem ploͤtzlichen Tode meines Paters, Nutzen ziehn; Ihr wollt mich um das Geld betruͤgen und wohl gar noch meinen Ruf angreifen, indem Ihr zu verſtehen gebt, ich haͤtte den Grundzins, den ich jetzt fordere, ſchon erhalten.— Wo glaubt Ihr, daß das Geld iſt?— ich verlange es zu wiſſen?“

Da mein Großvater ſah, daß alles gegen ihn zeugte, gerieth er faſt in Verzweiflung— er drehte ſich von einem Fuß auf den anderen, warf ſeine Blicke in alle Ecken der Stube umher und ſchwieg.

„Heraus mit der Sprache, Herr!“ rief der Laird, indem er den eigenen Blick ſeines Vaters annahm, wenn dieſer in Zorn gerieth, ja es ſchien ſogar, als bildeten die Falten ſeiner Stirn daſſelbe furchtbare Feßehen des Hufeiſens. d„Heraus damit, Herr) ich will wiſſen, was Ihr denkt;— glaubt Ihr, ich haͤtte das Geld?“ 5 4 Ihi⸗ ich)

„Fern ſey es von mir, das zu ſagen,“ erwiederte Stephen.

„Habt Ihr denn auf irgend jemand Verdacht, daß er es genommen haͤtte?“

„Ich möchte es keinem Unſchuldigen zur Laſt le⸗ gen, ſagte mein Großvater; und iſt auch einer ſchul⸗ dig, ſo habe ich doch keine Beweije.“

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