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ihre Taſchen geſteckt— war ſchon alles umher ſanft und mild, ja ſelbſt lieblich, ſo war doch in dem ganzen haͤus⸗ lichen Leben und Treiben eine Einfoͤrmigkeit, ein Man⸗ gel an Intereſſe, eine un Lraͤnderliche, hoffnnngsloſe Schlaͤfrigkeit, die mir das Leben dort unausſtehlich machte. Zwei elsohne empfand weder Wirth noch Wir⸗ thin dieſe Leere, dieſen Mangel an Reiz, der dem Gaſte ſo laͤſtig war. Der kleine Kreis ihrer Beſchaͤftigungen, Mildthaͤtigkeiten und Erholungen war beſtimmt; Rahel hatte ihren Huͤhnerhof und ihr Treibhaus, Joſua ſeinen Garien. Ueberdieß gewaͤhrten ihnen, ohne Sweifel, ihre Andachtsuͤbungen manchen Genuß, ſo daß die Zeit ſanft und unmerklich mit ihnen dahin gleitete, waͤhrend ſte mir, der ich mich nach Strörnen und braufenden Waſſer⸗ aͤllen ſehne, ganz unbeweglich da zu ſteln ſe jen. Ich dachte daran, ob ich nicht nach Scaͤfers Buſch zuruͤck⸗ kehren ſobe, und ſing an, den kleinen Benjie und die Angelruthe mit ein ger Sehnſucht zuruͤrzuwuͤnſchen. Der Schurke hat ſich her gewagt und lauert, um mich hie und da zu erblicken; ich vermüthe, der kleine Fiſcher angelt nach einigen Sechsvenceſtuͤcken. Aber das waͤre in Joſua's Augen, als waͤlzte ſich die eben erſt gewa⸗ ſchene Sau von neuem im Koth herum, und ſo lange ich ſein Gaſt bin, habe ich mir feſt vorgenemmen, nicht ſo heftig gegen ſeine Vorurtheile anzteſtoßen Oann wollte ich die beſtimmte Zeit meines Aufenthalts verkürzen, aber ach! auch das war unmoͤglich. Ich hatte eine Woche beſtimmt, und wie voreilig auch mein Verſpre⸗ chen geleiſtet worden war, ſo mußte es doch heilig, ja ſelbſt buchſtaͤblich gehalten werden.
Alle dieſe Betrachtungen verſetzten mich geſtern Abend in eine gewiſſe Unge uld; ſo daß ich meinen Hut ergriff und mich zu einem Streifzug au ßerhalb der ange⸗ bauten Meierei und des verziekten Bodens von Mount Sharon vorbereitete, grade als ob ich dem Reicde der Suinſt entſchluͤpfen und mich der freien, ungezwungenen Natür uͤberlaſſen wollte.
Kaum empfand ich mehr Vergnügen, als ich zuerſt


