Teil eines Werkes 
15. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 1. Bändchen (1826)
Entstehung
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Strenge nicht tadeln. Denn wo auch ihre Quelle ſey, ſo koͤnnen ſie nur in einer aͤngſtlichen, liebevollen und unaufhoͤrlichen Neigung meines Vaters entſtehen, in ſeinem Eifer fuͤr meine Vervollkommnung, und in einem lobenswerthen Gefuͤhl der Ehre des Standes, zu welchem er mich beſtimmte.

Da wir keine nahen Verwandte haben, ſo iſt der Knoten, welcher uns knuͤpft, von ungewoͤhnlicher Feſtig⸗ keit, wenn er ſchon an und fuͤr ſich einer der ſtaͤrk⸗ ſten iſt, welchen die Natur bilden kann. Ich bin und war immer der ausſchließliche Gegenſtand der angſtli⸗ chen Hoffnung, noch mehr aber der aͤngſtlichen Furcht meines Vaters. Welches Recht habe ich alſo, mich zu beklagen, wenn auch hie und da Furcht und Hoff⸗ nung ihn dazu bewegen, laͤſtig und unaufhoͤrlich alle meine Schritte zu beobachten? Dabei ſollte ich denken, und, Darſie, ich thue es auch, daß mein Vater mir ſchon bei verſchiedenen wichtigen Gelegenheiten zeigte, daß er eben ſowohl nachſichtsvoll als ſtreng ſeyn kann. Seine alte Wohnung im Luckenbooth zu verlaſſen, war ihm wie eine Scheidung der Seele vom Koͤrper; doch brauchte Dr. K. nur einen Wink zu geben, daß die reinere Luſt des neuen Stadtviertels zutraͤglicher fuͤr meine Geſundheit waͤre, weil ich damals an den Lei⸗ den eines zu ſchnellen Wachſens litt, als er ſchon ſeine alte geliebte Wohnung 2 welche ganz nahe am Herzen von Mid⸗Lothian lag, gegen eines jener neuen Ge⸗ baͤude verwechſelte, welche der neuere Geſchmack erſt