248
Dame Elspeth ergoß ſich nun ganz im Lobe ihres ſchoͤnen Gaſtes, von dem Haͤubchen bis zum Schuhe. Erroͤthend und mit Vergnuͤgen hoͤrte Myſia wohl fuͤnf Minuten lang dem Allen zu, allein nach zehn Minuten fing ſie ſchon an, die Lobſpruͤche der Alten mehr luſtig als ſchmeichel⸗ haft zu finden, und ſich mehr geſtimmt, daruͤber zu lachen, als ſtolz darauf zu ſein; denn die Na⸗ tur hatte ihrer Gutmuͤthigkeit doch auch ein we⸗ nig Bosheit beigemiſcht. Selbſt dem Muͤller wurde das Lob der Tochter zu lang, und er un⸗ terbrach es mit folgenden Worten:„Nun! huͤbſch genug iſt ſie wohl, und waͤre ſie ein fuͤnf Jaͤhr⸗ chen aͤlter, ſo ſollte ſie ihren Mehlſack aufladen koͤnnen, trotz einem Eſel im Kioſterbezirke.— Aber ich habe mich ſchon lange nach Euren bei⸗ den Soͤhnen umgeſehen, Dame! Die Leute ſa⸗ gen, der Halbert ſei ein wilder Spring ins Feld geworden, und wir wuͤrden wohl einmal in ei⸗ ner Mondnacht von ihm hoͤren in Weſtmore⸗ land!—
Gott behuͤte mich, guter Nachbar! ſagte Dame Glendinning, denn es griff ihr ans Herz, wenn man die Befuͤrchtung aͤußerte, das Hal⸗ bert dereinſt auch ſo ein Freibeuter werden koͤnnte⸗


