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ſich zwar gegen den Staat vergangen, aber ſie 3 nicht beleidigt hatte, war der naͤchſte Gegenſtand einer ernſten und peinlichen Erwaͤgung. Es ſchien zwar in einer Hinſicht eine gerechte, ja ſelbſt von der Vorſehung angeordnete Vergel⸗ tung zu ſein, den Urheber der Verirrungen und Leiden ihrer Schweſter als Verbrecher anzuge⸗ ben; aber Johanna mußte nach den ſtrengen Grundſaͤtzen der Sittlichkeit, worin ſie war er⸗ zogen worden, eine Handlung nicht bloß im Allgemeinen erwaͤgen, ſondern auch die Ge⸗ rechtigkeit und Angemeſſenheit derſelben in Be⸗ ziehung auf den Handelnden, betrachten, ehe dtes ihr, nach ihrem Ausdrucke, frei ſtand, ſie vorzunehmen. Was fuͤr ein Recht hatte ſie, zwiſchen Stauntons und Effie's Leben einen Tauſch zu machen, und das eine fuͤr die Ret⸗ tung des andern zu opfern? Seine Miſſethat, wofuͤr er den Geſetzen Rede zu ſtehen hatte, war freilich ein Verbrechen gegen das Gemein⸗ weſen, aber nicht gegen ſie. So ſehr auch der Gedanke, Gewalt gegen Jemanden zu gebrau⸗ chen, ſie empoͤrte, es ſchien ihr doch nicht, als ob Staunton's Antheil an dem Tode des Haupt⸗ manns Porteous einem gewoͤhnlichen Morde gleich


