Teil eines Werkes 
3. Theil (1823)
Entstehung
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hehlte, obgleich ſie den Gedanken daran nicht ſo ſehr nachhing, daß ihr veſter und kraͤftiger Muth dadurch waͤre gemindert worden. Einem Maͤd⸗ chen von hoͤherm Stande wuͤrde der Beſuch bei einem Geliebten als zudringlich und unſchicklich ausgelegt worden ſein; zu ihren einfach laͤndlichen Gewohnheiten aber paßten ſolche uͤberfeine Be⸗ griffe von Schicklichkeit nicht, und als ſie nun beim Antritt einer langen Reiſe ſich anſchickte, von einem Jugendfreunde Abſchied zu nehmen, kam der Gedanke, daß es unanſtaͤndig ſei, nicht in ihre Seele.

Noch ein andrer Beweggrund druͤckte ſtaͤrker auf ihr Gemuͤth, als ſie ſich dem Dorfe naͤherte. Sie hatte im Gerichtſale ſich aͤngſtlich nach Buts ler umgeſehen, und erwartet, daß er auf jeden Fall zu irgend einer Stunde an dieſem wichtigen Tage erſcheinen wuͤrde, um den Beiſtand und Troſt zu bringen, den er ſeinem alten Freunde und dem Beſchuͤtzer ſeiner Jugend bringen konnte, wenn auch ihre Anſpruͤche nicht in Anſchlag kom⸗ men ſollten Sie wußte freilich wohl, daß ſeine Freiheit einiger Maßen beſchraͤnkt war, hatte aber doch gehofft, daß er Mittel finden wuͤrde, ſich wenigſtens fuͤr einen Tag frei zu machen.