Teil eines Werkes 
3. Theil (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

147 oft, wenn er gedankenvoll ſie anſah und eine Weile chwieg, wie es ihm eigen war, ehe er zu Worten kam, erwartete ſie zu hoͤren:„Hanne, ich will mich veraͤndern“ aber zu ihrem Troſte hieß es nur:„Hanne, ich will andre Schuhe anziehen.“

Frau Balchriſtie hegte dennoch gegen Johan⸗ na Deans nicht wenig Abneigung, das gewoͤhn⸗ liche Gefuͤhl, womit Leute ihrer Art Jedermann anſehen, dem ſie die Mittel zutrauen, ihnen zu

ſchaden. Es war ihr aber üͤberhaupt jedes leid⸗ liche junge und huͤbſche weibliche Weſen zuwider, das ſich dem Hauſe Dumbiedikes und deſſen Ei⸗ genthuͤmer zu naͤhern wuͤnſchte. Heute hatte ſie nun uͤberdieß ihre ſchwere ſterbliche Huͤlle zwei Stunden fruͤher als gewoͤhnlich aus dem Bette erhoben, um ihrer ſchreienden Nichte beizuſtehen, und war ſo ungemein uͤbel gelaunt gegen Alle und Jede, daß Herr Sattelbaum geſagt haben wuͤrde, ſie haͤtte inimicitiam contra omnes mortales.

Wer zum Henker ſeid Ihr denn? ſprach die fette Alte zu der armen Johanna, die ſie nicht gleich erkannte. Was ſchleicht Ihr ſo um ein ehrbares Haus in einer ſolchen M orgenſtunde?

10*†